Aktuelles


Museum Gunzenhauser geschlossen

Das Museum Gunzenhauser bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

Aus Sorge um die Gesundheit Ihrer Besucher/innen und Mitarbeiter/innen und zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 schließt das Museum Gunzenhauser auf Grundlage der Allgemeinverfügung der Stadt Chemnitz.

Aus diesem Grund finden auch keine museumspädagogischen Programme und Veranstaltungen statt.

Wir bitten um Ihr Verständnis und halten Sie über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.


06.09.-29.11.2020
Allzumenschliches

Sebastian Gögel im Dialog mit der Klassischen Moderne aus der Sammlung Gunzenhauser

Die Sommerausstellung im Museum Gunzenhauser widmet sich der Darstellung des Menschen im Werk von Künstler:innen der Sammlung sowie einer zeitgenössischen Position. Unter dem Titel Allzumenschliches werden Gemälde und Grafiken von Max Beckmann, Otto Dix, Conrad Felixmüller, Georg Schrimpf u. a. zu sehen sein. Diese werden mit Werken von Sebastian Gögel (*1978) zusammengeführt, dessen künstlerischer Blick sich ebenso dorthin richtet, wo es weh tut – wo Tragik und Komik nahe beieinander liegen. Mal düster, mal humorvoll, jedoch immer mit großer Ernsthaftigkeit und scharfer Beobachtungsgabe zeigen die Künstler:innen persönliche Sichtweisen auf ihr zwischenmenschliches Umfeld – Gesichter ihrer Epoche. Sie malen und zeichnen Menschen als Reaktionen auf die Krisen, Herausforderungen und Notwendigkeiten ihrer jeweiligen Zeit und Welt, die aus den Fugen zu geraten droht.


15.11.2020-07.02.2021
Du lebst nur keinmal

Uwe Lausen und Heide Stolz. Ein Künstlerpaar der 1960er Jahre

Inszenierung, Provokation, Tabubrüche, Gewalt – die Werke des Künstlerpaares Uwe Lausen (1941-1970) und Heide Stolz (1939-1985) sind in den 1960er Jahren ohne Entsprechung. Sie entstehen in einer Zeit, die von erheblichen Um- und Aufbrüchen gekennzeichnet ist und in der eine neue Generation in bisher nicht gekannter Vehemenz mit traditionellen Konventionen abrechnet. Die Fotografien von Stolz und die Leinwände und Papierarbeiten von Lausen erzählen von der Rolle des Individuums im sich wandelnden gesellschaftlichen Kontext der Bundesrepublik der 1960er Jahre, aber auch von engem künstlerischen Austausch und gegenseitiger Beeinflussung.

Sind die frühen Werke Uwe Lausens noch von der expressiv-figurativen Malerei der Gruppen CoBrA und SPUR geprägt, geht er ab Mitte des Jahrzehnts unter dem Einfluss der aufkommenden englischen und amerikanischen Pop Art zu realistischen Motiven über. Lausen wie Stolz suchen in ihren jeweiligen Arbeiten die Widersprüche und Spannungen in der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft und der Generation ihrer Eltern aufzudecken und künstlerisch zu bearbeiten: Saturiertheit, bewusstes Negieren unbequemer Aspekte jüngst vergangener deutscher Geschichte, Repression individuellen, selbstverantwortlichen Handelns sowie Lähmung einer freien Entfaltung des Individuums in materiell gesättigter Umgebung.

Die Retrospektive findet anlässlich des 50. Todestages von Uwe Lausen in Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart statt. Co-Kuratorin der Ausstellung ist Selima Niggl, Autorin des Werkverzeichnisses der Gemälde Uwe Lausens.