Aktuelles


Alle Ausstellungen finden im Museum Gunzenhauser statt. Mehr Informationen zum Museum finden Sie auf den Seiten der Kunstsammlungen Chemnitz.


06.03.2022 – 12.06.2022

Max Peiffer Watenphul
Vom Bauhaus nach Italien

Promovierter Jurist, Schüler am Bauhaus, Lehrer an der Folkwangschule in Essen und vernarrt in Italien: Das Museum Gunzenhauser widmet einem besonderen Künstler aus der Sammlung eine retrospektive Ausstellung: Max Peiffer Watenphul. Er entdeckt seine Liebe zur Malerei in der Auseinandersetzung mit den Valori Plastici und mit Paul Klee, dem er ans Bauhaus folgt. Hier arbeitet er in allen Werkstätten und entwickelt eine ganz eigenwillige Malerei. In seinen ausgefeilten Kompositionen führt er die Vereinfachung der Darstellung mit sachlicher Nüchternheit zusammen. Dabei trifft ein strenger Realismus immer wieder auf irritierende Momente, verzerrte Proportionen und multiperspektivische Formen.

Nach mehreren Reisen in die unterschiedlichsten Länder wie Mexiko, Kroatien und Südfrankreich emigriert er 1937 auf politischen Druck in sein Sehnsuchtsland Italien und beginnt, sich intensiv in südliche Landschaften und die venezianische Architektur zu vertiefen. In diesen Bildern wirkt seine Ausbildung deutlich nach. Immer wieder widmet er sich den gleichen Motiven und versucht, ihnen Neues zu entlocken.

Die Ausstellung präsentiert einen retrospektiven Überblick über das außergewöhnliche Schaffen Max Peiffer Watenphuls. Sie spürt dem Fortbestehen der Bauhaus-Ideen in seinem gesamten Werk nach, stellt aber auch Fragen nach der Bildfindung, dem kontemplativen Vertiefen in einzelne Motive und dem Experiment mit Bildausschnitt, Licht und Farbe. Neben seinem eindrucksvollen Œuvre sind darüber hinaus auch seine vielfältigen Kontakte zu Künstlern, Literaten und Intellektuellen dieser Zeit hervorzuheben. Dementsprechend erzählt die Ausstellung auch vom Austausch und der gegenseitigen Beeinflussung mit etwa Helmut Kolle, Otto Dix oder Alexej von Jawlensky.


12.06.2022 – 04.09.2022

Des Pudels Kern
Illustrationen von 1900 bis heute

»Das also war des Pudels Kern!« ruft Goethes Faust erstaunt, als sich das Tier in Mephisto verwandelt. Noch heute wird dieser Ausdruck verwendet, um auf das Wesentliche oder den Kern einer Sache hinzuweisen. Auch der Illustration liegt die Eigenschaft des Sichtbarmachens, Zuspitzens und Kommentierens zugrunde.

Erstmalig präsentiert die Ausstellung Grafiken aus dem Sammlungsbestand des Museums Gunzenhauser, die nach literarischen Vorlagen, Gedichten, Erzählungen und Märchen entstanden sind. Darunter befinden sich Illustrationen von Marcus Behmer zu Honoré de Balzac, Oscar Wilde, E.T.A. Hoffmann und Voltaire, Karl Walsers Leonce und Lena, Karl Hubbuchs Mappe mit Radierungen zu Goethes Faust und David Hockneys Serie zu den Märchen der Gebrüder Grimm. In Auseinandersetzung mit den Werken der Sammlung zeigt die Klasse für Illustration der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig von Thomas Matthaeus Müller und Katja Schwalenberg zeitgenössische Arbeiten in der Ausstellung.


09.07.2022 – 16.10.2022

Andrzej Steinbach
Tanz die Maschine

Das Dokumentarische der Fotografie begreift der in Chemnitz aufgewachsene Andrzej Steinbach nicht mehr als Abbild der äußeren Wirklichkeit, sondern setzt bewusst auf Inszenierungen, um sich gesellschaftlichen Themen zu widmen. Dabei nutzt er das der Fotografie immanente Wirklichkeitsversprechen für mediale und politische Fragestellungen.

Gegenstand der Chemnitzer Ausstellung Tanz die Maschine ist die Arbeit; Menschen, Körper, Maschinen und ihr Tun sind das Motiv. In Bildserien und medienübergreifenden konzeptuellen Arbeiten befragt der Künstler dabei Normierungen und Wahrnehmung, Räume und spezifische Zuschreibungen. Kulturelle Symbolik, Geschichte, soziale Praxis und deren Bedeutung für Individuen und ihre Identitätsbildung spiegeln dabei das zentrale Interesse seiner künstlerischen Arbeit.


13.11.2022 – 12.02.2023

Neuerwerbungen der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland

Seit 1970 dokumentiert die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland künstlerische Entwicklungen im Land. Mittlerweile umfasst sie rund 1.700 Werke und wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien verwaltet und betreut. Im Jahr 2021 wurden zusätzlich Werke aus Mitteln des Förderprogrammes NEUSTART KULTUR erworben.

Diese und ausgewählte Werke, die zwischen 2017 und 2021 für die Sammlung der Bundesrepublik Deutschland angekauft worden sind, werden in der Ausstellung Identität nicht zugewiesen vom 7. Mai bis 3. Oktober 2022 in der Bundeskunsthalle Bonn präsentiert, die im Anschluss in veränderter Form zeitgleich im Museum Gunzenhauser in Chemnitz und im Neuen Museum Nürnberg gezeigt wird.

Anhand verschiedener Themen, wie politische und gesellschaftliche Relevanz, postkolonialer Diskurs, Ökologie, Posthumanität, Urbanität oder auch werkimmanente Bildästhetik lässt sich ein repräsentativer Querschnitt der zeitgenössischen und jungen Kunst in Deutschland abbilden. Die Ausstellung veranschaulicht, wie aktuelle Entwicklungen, kollektive Sehgewohnheiten oder Hinterfragungen von Bildkonstruktionen künstlerisch und modellhaft umgesetzt werden.

Die Auswahl der Werke macht dabei deutlich, dass die gegenwärtigen künstlerischen Ausdrucksformen eine breite Palette an Techniken und Medien umfassen – von raumgreifenden Installationen, Zeichnungen, Malereien und Skulpturen bis hin zu Fotografien, Videos und akustischen Arbeiten.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und dem Neuen Museum Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.